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Das Lexikon norddeutscher Orts- und Gewässernamen (unvollständig)

A

Altona
In den Hamburger Schulen wird das Märchen vom armen Jungen unterrichtet, der von Hamburger Kaufleuten, die eine neue Stadt vor den Toren der Hansestadt bauen wollten, mit verbundenen Augen und einen Klaps auf den hintern losgeschickt wurde. Dort wo er stolpern und hinfallen würde, sollte die neue Stadt entstehen. Der Junge, so wird berichtet, ließ sich aus Angst vor der nahen Elbe sogleich fallen. Die Hamburger Kaufleute sollen daraufhin gerufen haben: „Dat is ja all to nah - das ist ja all zu nah!“ Diese Geschichte ist natürlich an den Haaren herbeigezogen. Altona wurde bereits in frühgermanischen Liedern erwähnt und ist somit weitaus älter als die Hansestadt, zu deren Stadtteil es mit der Machtübernahme der Nazis wurde. Hier die Zeile aus dem alten frühgermanischen Trinklied, in dem Altona das erste Mal schriftlich erwähnt wird (der Stein mit der Runeninschrift ist übrigens 1728 im Teufelsmoor versunken): „Örk brochte donner Friebrünn folke. Met Hammar drüftet broken Belg. Mör honna frachten brief an Baken. Mer inna dönnen allen Tonna.“ Anmerk.: Die Übersetzung ist leider mit dem Ableben des einzigen Menschen, der dieses frühgermanische Idiom noch in der Neuzeit beherrschte, abhanden gekommen. Er ertrank bei der erfolglosen Rettung des Runensteins.


B

Bad Bevensen

Der notorisch stumpfsinnige Bauer namens Beven, der nach einem traumatischen Erlebnis allein auf seinem Hof in der Lüneburger Heide Mitte des 14. Jahrhunderts lebte, hielt als der sog. Heidemörder jahrzehntelang die Region in Atem. Nachts überfiel er regelmäßig die Höfe in der Umgebung und verging sich dort am Vieh. Beven, nicht mehr in der Lage menschlichen Umgang zu pflegen, hielt seine sexuellen Vorlieben für völlig normal, was jedoch bei den Nachbarn auf Unverständnis stieß. In der sog. Blutnacht von 1349 stellten sie den - heute sicherlich therapierbaren Mann - und stießen ihn in in den Blutturm zu Celle, wo bereits die als sonderlich aufgefallene, und dann in Vergessenheit geratene Nonne Ulrike aus Uelzen seit zwei Jahrzehnten ihr Dasein fristete. In der Dunkelheit verwechselte Beven die mittlerweile sehr behaarte und etwas müffelnd riechende mit einem Schaf und zeugte mit ihr 17 Söhne, von denen einer überlebte und später unter dem Namen Bevens Sohn nicht nur viel Unfug trieb, sondern auch dem Bauernhof seines Vaters und darob dem späteren Ort seinen Namen gab.


Bad Doberan
Ursprünglich hieß der Ort an der Mecklenburgischen Küste schlicht Bad. Als sich aber die Umbenennung von Orten wie Segeberg und Bramstedt durch den Zusatz Bad inflationär ausbreitete, beschloss der Rat der Stadt im Jahre 1984 sich mit einem Namenszusatz davon abzugrenzen, um Verwechslungen zu vermeiden. Die daraufhin statt findende Lotterie gewann der LPG-Arbeiter Arno Doberan (56).

Barmstedt
Armstetl hieß das früher einzige jüdische Stetl westlich der Neiße. Es wurde von dem charismatischen Rabbi Schmeichl und Mitgliedern seiner Sekte gegründet. Schmeichl wurde von seinen Glaubensgenossen aus der heutigen Ukraine vertrieben und musste in die Diaspora der Diaspora. Schmeichl hatte sich den Zorn der anderen Rabbis zugezogen, weil er gern Tacheles redete. Und zwar ausschließlich. Die anderen verstanden diesen Dialekt nur mäßig. Als Schmeichl dann um 1260  mit seinen Auserwählten Norddeutschland erreichte, empfing sie ebenfalls nur Unverständnis und man zwang sie, den Beruf des Geldverleihers auszuüben, obwohl Geld in dieser Region noch gar nicht erfunden war. So kam es, wie es kommen musste: die wackeren Juden verarmten völlig und von ihnen blieb am Ende nicht viel mehr als der Name des Ortes übrig.

Bönningstedt
Der Name leitet sich aus einem niederdeutschen Volkssport ab, dem Bönnen. Das ist eine Art Kegeln, dessen Regelwerk schon die alten Germanen kannten. Beim Bönnen versucht man mit einem Schafsschädel möglichst viele der in etwa 30 Ellen Entfernung aufgestellten zwölf Schafsschenkel zu treffen und umzuwerfen. Wirft man alle auf einmal um, hat man eine Bönne erzielt, also niederdeutsch bannig viel getroffen. Die Germanen spielten es genau in der Art, benutzen aber anstelle von Schafen Friesen oder Römer.



Bremen

Mönche aus dem frühen Erzbistum Bremen mokierten sich gern über die dortige Bevölkerung, die als sehr mundfaul galt. Das bezog sich zum einem auf die geringe Redseligkeit, zum anderen auf deren Mundfäule, die für üble Gerüche beim Sprechen sorgte, weswegen die Einheimischen noch mundfauler wurden. Für die lateinischen Mönche war das schmallippige Grunzen der Bevölkerung ein einziges Brummen, weswegen der Ort an der brackigen Weser in den Annalen schnell den Namen Brummer bekam, aus dem nach und nach der heutige Name wurde. Ihre Brüder besuchende Spötter aus den weit zivilisierteren Klöstern in Köln oder Trier, schrieben allerdings in satirischen Traktaten, dass nicht die einheimische Bevölkerung, sondern die Mönchen dem Ort ihren Namen gaben. Denn das ewig feuchte, an elf von zwölf Monaten im Jahr regnerische Kloster im Norden sorgte angeblich dafür, dass die Mönchen an chronischer Heiserkeit litten, so dass ihre gregorianischen Gesänge in der faulenden Holzkapelle bei den Einheimischen doch etwas brummig klangen. Wie dem auch sei, ein Besuch in der Hansestadt bestätigt zu jeder Jahreszeit eine der beiden Theorien.

Büsum
Als es im vierten Österreichischen Türkenkrieg zu einem Stillstand kam, beschloss Sultan Imbrahim, das westliche Europa in die Zange zu nehmen. Er schickte seinen erfahrensten Kapitän Ali Hassan mit seiner Barke Fliegende Dschunke los, um am westlichen Festland zu landen und von dort aus die kaiserlichen Truppen unter Beschuss zu nehmen. Das Problem der türkischen Kartenzeichner war jedoch die Perspektive. Die Türkei hatte in deren Atlanten etwa die Größe des heutigen Asiens, Westeuropa und alles Ferne war auf einer Fläche  des heutigen Liechtensteins verzeichnet. Als Ali Hassan nun an der Nordsee landete, fiel er den kaiserlichen Truppen also keines falls in den Rücken, sondern aus allen Wolken. Ohne Proviant und mit meuternder Mannschaft beschoss er sich niederzulassen und taufte die Ansiedlung, zu Ehren der enormen Oberweite seiner Tante Aysche aus Ankara, Büsum.


E

Eider
Die frühen Bewohner des Landes, Flachgermanen und verstreute Wikinger hatten, wie archäologische Funde im nahen Erfde beweisen eine einfache Sprache, die über einen Wortschatz von etwa 200 Lauten verfügte. Namen waren überhaupt nicht vorhanden. Man nannte sich Mann, Frau, Junge, Mädchen usw., und wenn man mal eine fünfte Person traf, fügte man sich dem Schicksal von Verwechslungen. Das Land wurde daher einfach Land genannt und der nahe Fluss Fluss. So wie der Himmel eben Himmel hieß. Erst im 19. Jahrhundert bekamen Land und Fluss ihren eigentlichen Namen, als der britische Ornithologe Sir Reginald Witherspoon hier eine neue Entenart entdeckte. Als der passionierte Opernfan den Namen des neu entdeckten Vogels im Landratsamt Rendsburg eintragen ließ, beging der sowohl opern- als auch englischunkundige Landrat den Fehler statt Aidaente Eiderente einzutragen. Als Witherspoon nach seiner Rückreise in seinem Londoner Club davon erfuhr, ran dem wackeren Mann eine Träne runter. Was aber nichts mit dem ähnlichen klingenden Nebenfluss der Eider zu tun hat. Siehe dazu --> Treene

Elmshorn
Der Name dieses pulsierenden Wirtschaftszentrums mitten im Elmshorner Umland bezieht sich auf einen Germanenhäuptling namens Elemo. Elemo war ein großer Streiter aus dem Norden Skandinaviens, der nach dem Ende der Eiszeit nebst allerlei Findlingen in der Marsch einfach liegen geblieben war. Er wurde schnell sesshaft und schlug Freunde wie Feinde in die Flucht oder gleich tot. Elemo, bzw. Elemius, wie römischen Quellen verzeichnen, war nicht nur ein geschickter Krieger, sondern auch ein unersättlicher Liebhaber. Wenn nicht genügend Frauen zur Verfügung standen, waren weder Schweine und Kühe, noch die sog. Fernreitermösen - mit Mett gefüllte Metkrüge - vor seinem Horn sicher. Daher auch der Name.

Eutin
Der Landkreis Plön hat den neben den Gebrüdern Grimm größten deutschen Sprachkundler hervorgebracht: Hyronimus von Eytin. Dieser war ein Asket, der um die die erste Jahrtausendwende, also etwa 1000 n. c. in einer Höhle an Ort und Stelle des heutigen Eutins sein Leben fristete. Er ernährte sich von Körnern, Randnotizen seines umfangreichen Werkes und einem täglichen Glas Milch. Hyronimus stieß schon früh auf grammatikalische Ungereimtheiten in der deutschen Grammatik; und das, obwohl sie zu seiner Zeit noch gar nicht existierte!  Hyronimus, der viel Zeit zum Nachdenken und sich Aufregen hatte, erregte sich immer mehr über den Umstand, dass sein persönlicher Busen der Natur, der Euter seiner Milchkuh Rosalie männlichen und nicht weiblichen Wortstamms war. Also nannte er ihn fortan Eutin. Da er aber völliger Abgeschiedenheit lebte, konnte sich seine Wortschöpfung nicht durchsetzen, gab aber ihm und seinem Wohnsitz den späteren Namen.


F

Flensburg

Flense heißt im Frühniederdeutschen Punkt und bezieht sich auf ein maritimes Strafsystem, mit dem Koggen, Baken und andere Seeschiffe ersucht wurden, sich in seeverkehrsrechtlicher Disziplin zu üben. Wurde eine Kogge beispielsweise beim Falschparken um Hafen erwischt oder ein Kapitän ertappt, nach dem Genuss von von mehr als 3 Fässchen Rums im Sund herumzusegeln, so wurde dem Schiffsführer mit einem glühenden Eisen eine Flense auf den Rücken gebrannt. Hatte der Schiffsführer innerhalb eines Jahrhunderts mehr als 6 Flensen erhalten, wurde er von den Behörden nach Kiel geholt und musste sich dort versprotten lassen.


G

Glückstadt

Das frühere Glockenstaat verdankt seinen Namen Alf, dem Nimmersatten, einem in den Norden verschlagenen, verschlagenen Cheruskerfürsten. Dieser war, wie sein Widersacher Elemo aus --> Elmshorn ein Lebemann bester Güte. Freifrauen von Goslar bis Oldenburg, von Schleswig bis Höxter ließen es sich nicht nehmen seine großen Glocken zu bestaunen und sich ihnen hinzugeben. Infolgedessen soll Alf nicht weniger als 58 Kinder und 504 Enkel sein Eigen genannt haben. Das sich weiter im Norden bei --> Flensburg gelegene Glücksburg hat allerdings nichts mit Alfs libidösem Laster zu tun, sondern hat seinen Ursprung in einem ostgotischen Spielkasino.

Grömitz
Im Jahre 1942 wollte eine Handvoll norddeutscher Gauleiter Adolf Hitler dazu verleiten, seinen Sommerfrischen nicht nur in den bayrischen Alpen, sondern auch an der holsteinischen Küste zu verbringen. Sie schlugen dafür den beim Kloster Cismar liegenden Fischerort Wolfshaven vor. Der Gröfaz, größte Führer aller Zeiten soll daraufhin so erbost gewesen sein, dass er die Initiatoren dieses "größten Mists aller Zeiten" an die Wand stellen ließ. Und zwar 28 Tage. Daraufhin wurde per Dekret das Dorf in Grömitz umbenannt.

Gütersloh
Im Niederdeutschen bedeutet loh oder lohe gering, wenig bzw. fast gar nichts. Gütersloh, ein im späten Mittelalter ein wenig bevölkerter Weiler war in den den umliegenden Gemeinden Detmold, Lemgo und Versmold ein in Verruf geratener Ort, der von Armut und Geistesträgheit geprägt war. Die Menschen besaßen in der Regel wenig, wenn überhaupt ein Stück Land, das sie mit sich führen konnten. Insofern ist es kein Wunder, dass man dem namenlosen Weiler herablassend die Bezeichnung Gütersloh überließ.


H

Hameln
Das aus dem Niederdeutschen stammende Wort bezieht sich auf die bekannten Haarmühlen, für die die Stadt vor der Rattenfängerlegende über die Grenzen des Weserberglandes bekannt war. In den Haarmühlen wurden die Haare von Kleintieren, Schweinen, Hunden und geschorenen Juden zu einer würzigen Tunke verarbeitet, die es im Mittelalter über die Seidenstraße sogar bis China schaffte und dort als Sojasoße wiedererfunden wurde.

Harburg
Der Name der von den Nationalsozialisten nach Hamburg eingemeindeten Vorstadt beschreibt ein unrühmliches Kapitel auf dem westöstlichen Diwan, die blutigen Kreuzzüge. Ritter Elmar von Lothringen brach 938 n. c. mit einer Handvoll Tischler nach Jerusalem auf, um den heiligen Schrein zu zu suchen. Da er weder Navigationsgerät noch vernünftigen Straßenkarten bei sich trug, und Tischler im Gegensatz zu Zimmermännern nicht sehr bewandert sind, verirrte sich die Schar und gelangte nach Jahre an die südlichen Gestade der  Elbe, den sie fälschlicherweise für den Jordan hielten. Sie fielen auf die Knie, falteten die Hände und dankten Gott. Auf diese Weise angreifbar, wurden sie sofort von Gunther, dem Einfältigen überfallen und bis auf den Ritter einen Kopf kürzer gemacht. Der Graf wurde in eine baufällige, namenlose Burg geschleift und ein Kurier mit einer Lösegeldforderung nach Lothringen geschickt. Der Kurier allerdings kam niemals an. Elmar harrte zehn lange Jahre in der zugigen Burg, bis diese endlich einen Namen hatte und Gunther ihn für ein paar Glasperlen einem vorbei ziehenden Gaukler verkaufte.

Harksheide
Der Ortsteil des jetzigen Norderstedt ist ein Quellgebiet der Angeln, die im heutigen Schleswig-Holstein beheimatet waren und nach der großen Kartoffelpest von 953 nach Großbritannien emigrierten, um dort mit den Sachsen eine Nation zu gründen. Das damals von  dem später in die Lüneburger Heide ausgewanderten Heidekraut übersäte Land bedarf einiger gärtnerischer Tugenden, um es urbar zu machen. Die damals so noch nicht genannten Harksheider erfanden dazu den Besen mit Stoppelborste, der heute als Harke in jeden Baumarkt käuflich zu erwerben ist. Damals jedoch war die Herstellung ein hartes Geschäft, weil die Zacken der Harke eigens aus Fingerknochen vagabundierender Zigeuner gewonnen wurden. Die Harksheider entwickelten jedoch ein spezielles Geschick im fangen von Zigeunern und machten das unwege Gelände schnell urbar. Schon nach wenigen Jahren  befand sich zwischen dem heutigen Fuhlsbüttel, Quickborn, Schnelsen und Ellerbek ein akkurat geharktes Kiesareal, das Reisende aus aller Welt beeindruckt hätte.

Heiligendamm

Der Name des noch jungen Badeortes bezieht sich auf eine Fischbratküche und Räucherkate, die im frühen 19. Jahrhundert den Tourismusboom im Ort begründete. Der aus Schweden stammende Fischer Bo Ekelson war sich des harten Fischerdaseins leid und zimmerte sich aus Strandholz eine Bude, in der er nun seine Spezialitäten feil bot. Doch auch damals schon litt die Gastronomie unter steten Personalwechseln und ein tschechischer, mit Seefisch gänzlich unerfahrener Koch sorgte durch unachtsame Handhabung mit dem sensiblen Lebensmittel für eine landesweite Lebensmittelvergiftung, die im Bestfall zu Flatulenzen, im schlechtesten allerdings zu einem tagelangen Durchfall führte. Berliner Touristen nannte dies mundartlich  Dünnpfiff oder braunen Besuch, in Mecklenburg machte jedoch der Begriff Eiliger Darm rasch die Runde. Das Ereignis war so einprägsam, dass sich der Name Eiliger Darm für den Ort manifestierte. In der der großen Regionalsprachreform von 1897 wurde der Ort jedoch in das unverfänglichere Heiligendamm umbenannt. Aus dem ehemaligen Fischlokal ist übrigens ein vietnamesischer Schnellimbiss geworden. 



Höxter

Der aus dem altniederdeutschen abgeleitete Name bezieht sich auf ein kirchliches Folterwerkzeug, den sog. Hackser bzw. Hoeckser, der in dieser Stadt gern verwendet wurde. Das Werkzeug war im allgemeinen ein Stuhl-, oder Tischbein, in dem schräg nach oben Nägel getrieben wurden. Dieser Stecken wurde dann dem Delinquenten mit einem einfachen Holzhammer oder einer abgetrennten Gliedmaße in den Rachen geklopft. Die Nägel im Hoeckser sollten dabei nicht nur für größtmöglichen Schmerz sorgen, sondern hatten auch die praktische Funktion, dass man den Todgeweihten daran aufhängen konnte, sodass sich die Bevölkerung an dessen Gezappel erfreuen konnte. Geschickte Bader konnten sogar mittels Luftröhrenschnitt dafür sorge, dass der so gefolterte noch etwas länger leben und zappeln konnte. Die Bischofskonferenz im nahen Paderborn verfügte allerdings im Jahre 1865, dass dieses Procedere aus humanitären Gründen nicht mehr auf öffentlichen Plätzen stattfinden sollte.

Husum
Der Name der Grauen Stadt am Meer basiert auf der lateinischen Wendung huc cum, eine im Mittelalter gebräuchliche, humorige Redensart unter Mönchen eines dortigen klösterlichen Außenpostens, die wörtlich hierher, obwohl bedeutet. Rasch entwickelten sich daraus eine ganze Reihe von Witzen, die den heutigen Deine Mutter...- und Hattu-Muttu-Scherzen in nichts nachstanden. Einige Beispiele der Hierher, obwohl-Witze: Du kommst hierher, obwohl der Ort stinkt wie ein Bau voller Iltisse. Du kommst hierher, obwohl du weder blind noch taub bist. Du kommst hierher, obwohl das Quellwasser so brackig wie ein Eimer Pisse schmeckt. Husum kann sich also als einer der wenigen Orte Frieslands rühmen, frühlateinischen Ursprungs zu sein.


I

Itzehoe
bezieht sich auf die Liegenschaft Judenhof, niederdeutsch Judthoe, des einzigen im Mittelalter verzeichneten hebräischen Bauer Nathan Grenzstein. Der Ort prosperierte rasch und wurde nach den Pogromen 894 n.c. zu einem quirligen Handelszentrum. Als ein Bauer auf Nathans alten Weiden einen Klumpen Gold fand, artete 1056 n.c. ein regelrechter Goldrausch aus, der sogar 6 bis 8 Iren nach Judenburg brachte. Während der Nazidiktatur entschloss sich der Stadtrat in einer feuchtfröhlichen Sitzung Judenhof in Itzighof, mundartl. Itzehoe umzubenennen. In den Jahren der Wirtschaftswunders gerieten die Herkunft des Namen sowie die Gräuel des Nationalsozialismus in allgemeine Vergessenheit. Da ohnehin kaum ein mensch auf die Idee kommt, Itzehoe einen Besuch abzustatten, hat die antisemitischen Bedeutung des Namens auch keinerlei völkerrechtliche  Konsequenzen.


K

Kiel
Die Stadt Kiel ist so langweilig, dass sich der Name der Stadt tatsächlich gänzlich unoriginell von den hier gebauten Bootsrümpfen ableitet.


L

Lübeck
heißt eigentlich Lügenberg und bezieht sich auf eine frühmittelalterliche Sitte Häretiker, Fremde, Irre und allgemein falsch Zeugnis ablegende Menschen nach ihrem unfreiwilligen Tod   in Massengräbern zu verscharren. Da dies in Meeresnähe jedoch dazu führte, dass sich die Grablöcher schnell mit Wasser füllten, begann man die Leichen einfach aufzuschichten und mit Schlick und Sand zu überschütten. Noch im 20. Jahrhundert fand man bei Grabungen Schädel- und Knochenreste. So auch bei der Unterkellerung des Buddenbrockhauses, was übrigens Thomas Mann zu der - leider verschollenen - Erzählung „Der Muff“ inspirierte.


N

Norderstedt
Als die vier Gemeinden Glashütte, Garstedt, Harksheide und Friedrichsgarbe 1970 beschlossen, sich zu einer Stadt zu vereinen, wurde in der Bevölkerung ein Namenswettbewerb ausgerufen, dessen Ergebnis oben genannt ist. Wie man auf den absurden Namen Norderstedt kam, obwohl der Ort doch im südlichen Teil Schleswig-Holsteins liegt, bleibt vielen ein Rätsel.


P

Pellworm
niederdeutsch Puulworm, verdankt seinen Namen einer biologischen Eigentümlichkeit und seiner langen Geschichte des Krabbenfangs. Da auf dieser Insel durch genetische Mutation, im Volksmund abfällig Inzucht genannt, alle Frauen kleine Hände mit kurzen, aber kräftigen Fingern besitzen, war Pellworm schon im frühen Mittelalter Zentrum der friesischen Krabbenpulkultur. Die geschicktesten Krabbenfischerfrauen waren in der Lage innerhalb eines Tages bis zu  zwei Tonnen Krabben zu verarbeiten. Das war mehr als der Markt verlangte, weshalb zwei Drittel der Menge benutzt wurde um für das nachbarliche Nordstrand einen Fahrdamm zum Festland aufzuschütten. Im laufe der Jahrhunderte entwickelte sich bei den Krabben allerdings ein Schutzmechanismus, der ihren Bestand vor der Überfischung sichern sollte. Kurz vor ihrem nahen Tod, der durch das da Abpulen ihrer Schale beschleunigt wurde, laichten sie noch einmal ab, indem sie ihre Einer unter die Fingernägel der Krabbenpulerinnen spritzen. Da Pellwormer Krabbenpulerinnen es naturgemäß nicht sonderlich mit der Reinlichkeit hielten, wuchsen die Eier schnell zu wurmgroßen Gebilden heran. Dieser Tatsache verdankt Pellworm nicht nur seinen Namen, sondern auch die Tatsache, dass das Krabbenpulen erst nach Büsum und später nach Marokko verlagert wurde.

Pinneberg
verdankt seinen Namen dem sowohl ordentlichen als auch humorigen römischen Stadtkämmerer Flitius Pippus aus dem nahen Castello Portisculus (Hammerburg). Dieser Ort war, nach neuesten Erkenntnissen, bereits in der ersten Jahrtausendhälfte n. c. Roms nördlichste Residenzstadt im Germanenreich, wurde aber in der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends n. c. von den Germanen geschleift und der Vergessenheit anheim gestellt, bis es vor gut 850 Jahren wieder unter dem ähnlich klingenden Namen aufgebaut wurde. Flitius Pippus hatte sich auf das allgemeine Verkehrswesen spezialisiert und bemerkte rasch, dass die germanischen Siedler in den westlichen Marschlanden durch rüdes Verhalten im Straßenverkehr auffielen. Um die anderen Mitbürger vor ihnen zu schützen, erfand er ein spezielles Kennzeichen für deren Fuhrwerke, das sie fortan gut sichtbar an ihre Fahrzeuge anzubringen hatten. Er leitete dieses nach ihrer gebräuchlichen lateinischen Bezeichnung provincia idiota ab: PI. Später nannten die Einwohner des Landes aus diesem Grunde erst ihr Flüsschen Pinnau danach und später dann den befestigten Weiler Pinneberg. Das deutsche Straßenverkehrsamt hat praktischerweise den Gefahrenhinweis bis heute beibehalten.

Plön

Aus dem saloppem Adieu wurde schnell das norddeutsche Atschüss, später Tschüss und aus der amourösen Einladung „Visite ma tente“ rasch das eingeniederdeutschte Fisimatenten Man sieht, der der napoleonische Durchmarsch nach Russland und die sich dadurch ergebende Besatzung Norddeutschlands durch die französischen Truppen bescherte der Region einen sprachlichen Kollateralschaden. Nur nicht in Plön. Eine ansässige Tuchweberei, die seit Jahr und Tag für die Fischer der nahen Ostseeregion die sog. Plünnen herstellte, widersetze sich dem was á la mode war und nannte ihre Tuchwaren, in Aberkennung der französischen Dominanz auf dem Modemarkt, nicht etwa Clamottes, sondern blieb bei dem niederdeutschen Idiom, dass der Stadt vor hunderten von Jahren seinen historisch verbürgten Namen gab.


Q

Quickborn
hieß früher Schlaumannsburg und der Name war Programm, obwohl das Fernsehen lange nicht erfunden war. So erfanden die heutigen Quickborner die Maul- und Klauenseuche, um dem 5. vegetarischen Dekret des Vatikan zuvor zu kommen sowie das Analpiecing für Männer, um sich vor Übergriffen frühhunnischer Horden aus dem Osten Holsteins zu schützen. Als Kaiser Barbarossa sich im Jahre seines Herrn entschloss, aufgrund der Überbevölkerung in den nordischen Marken - auf jeden Quadratkilometer kam ein Mann auf 25 Schafe - die Geburtenrate zu senken, erfanden die heutigen Quickborner und damaligen Schlaumannsburger ein aus Schafsköteln gewonnenes Aphrodisiakum, das es den Schlaumannsbürgerinnen erlaubte, von vier Schlaumannsburgern gleichzeitig schwanger zu werden. Das führte zu einem derartigen Bevölkerungszuwachs - 25 Männer auf ein Schaf - dass Barbarossa nicht nur sämtlich Männer kastrieren und Neugeborene töten ließ, sondern den Ort in einem Atemzug seinen heutigen Namen gab.


S

Scheeßel

Der Ursprung des Namens in relativ naheliegend. Er bezieht sich auf den Auswurf der dortigen Haus- und Hoftiere. Schon im 17. Jahrhundert erarbeitete der Ratsdiener Ignatius Otto Bruhns das umfassendste, weil einzigartige Verzeichnis faunischem Stuhls. Unvergessen auch sein Gedicht über den Pferdeapfel, das noch heute den Giebel eines Hauses in Verden an der Aller schmückt. Bis in die heutige Zeit hält sein Vermächtnis an, wenn Jahr für Jahr junge Menschen aus ganz Norddeutschland auf dem Hurricane-Festival in den sog. Dixi-Klos gern ihren Scheeßel fallen lassen.

Schleswig
Dieser Ort an der Schlei war früher der größte Finanzplatz Nordeuropas. Wikinger, Friesen, Germanen und Finnen gaben sich an den Bankhäusern die Klinke in die Hand. Schleswig war deshalb so begehrt, weil in den tiefen Verliesen unterhalb der Geldinstitute die Bar- und Goldeinlagen richtig sicher waren. Das lag an einem ausgeklügelten Tunnelsystem mit extrem winzigen Gängen, in die ein normalgroßer Mensch nicht hineinfinden konnte. Das konnten nur  kleine, skandinavische Höhlentrolle. Diese so genannten Schließwichte waren leicht zu zähmen, hatte keinerlei Verständnis für den Wert der von ihnen bewachten Schätze und waren mit einem Krug Flensburger Rum und rohen Fischen relativ einfach und kostengünstig zufrieden zu stellen.


T

Treene
Über die Entstehung des Namens gibt es zwei Versionen. Eine unverbürgte und eine, die ins Reich der Legenden gehört. Erstere besagt, dass hier in vorgermanischer Zeit eine Jungfrau lebte, die nicht nur ihr Leben lang unberührt blieb, sondern scheinbar auch nicht altern konnte. Darob sich grämend vor langer Weile, weil sie eine lange Weile lebte, warf sie sich vor Augen der entsetzten Mitbürger in den Fluss, der sie sofort verschluckte und nicht wieder hergab. Seitdem warfen sich die Frauen der Gegend zwar nicht in den Fluss, sondern benetzten ihre rosigen Wangen mit einem Tropfen, einer Träne (?) des Flusswassers, um diese für immer jung zu halten. Genützt hat es angeblich nichts, doch noch immer nehmen Wissenschaftler der Hamburger Beiersdorf-Werke Proben, um an das Geheimnis des Jungbrunnen heran zu kommen. Die andere These behauptet, dass die Wikinger, die ihre schweren Schiffe von der Schlei bis zur Treene schleppen mussten - der Nord-Ostseekanal wurde erst hunderte Jahre später von Kaiser Wilhelm erfunden - voller Freunde nach dem zu Wasser lassen ausriefen: Dat Boot is drinne! Wie bei der dokumentarisch angelegten Comicserie Gespenstergeschichten möchte man hier ausrufen: Es klingt seltsam, aber so steht‘s geschrieben.    


V

Verden
Das Naheliegende trifft auch in diesem Falle nicht zu. Verden ist nicht wie gemeinhin gedacht nach Pferden benannt, die in der Region heutzutage eine große Rolle spielen. Denn Verden, das bereits bei Tacitus erwähnt wurde („Veni, verdi, vici) war schon in germanischer Zeit eine pulsierende Gemeinde. Damals kannte man so weit im Norden noch keine Pferde und ritt gemeinhin auf friesischen Sklaven aus. Verden leitet sich daher von einem geläufigen, humorvoll motivierenden Ausspruch der Sklavenhalter ab, die auf das Jammern der Friesen, wie sie nach drei Tagesritten, denn noch einen vierte oder fünften bewältigen sollten: Wird schon verden.


W

Wandsbek
Die ehemals eigenständige und pulsierende holsteinische Gemeinde ist heute nur noch ein Stadtteil Hamburgs. Seinen Namen verdankt sie dem prosperierenden Bürgertum im Mittelalter, als im Land zwischen Nord- und Ostsee im Allgemeinen der Begriff „die eigenen vier Wände“ unbekannt war und man nur vom „Dach über dem eigenen Kopf“ sprach. Die Menschen lebten einfach unter einem Reetdach an dessen vier Seiten sie ihre Hoftiere anpflockten, um sich so vor Wind und Kälte zu schützen. Aus dieser Zeit stammt auch das heute leicht abgewandelte, norddeutsche Sprichwort „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur eine schlechte Herde“. Dem machte allerdings der Zimmermann Karl Jacobus Winckelmann en Ende, als er auf einer Forschungsreise nach Hamburg die Wand entdeckte und sogleich in seiner Heimatstadt einführte. Bis zu seinem Tod kämpfte er darum, dass die Stadt nach ihm und nicht seiner Erfindung benannt wurde. Vergeblich.

Wedel
Viele meinen aufgrund der Tatsache, dass im Ort eine große Filmproduktion ansässig ist, dass die Stadt nach dem bekannten deutschen Regisseur Dieter Wedel benannt ist. Das ist natürlich Unsinn. Wedel wurden bereits 1212 urkundlich erwähnt, Dieter Wedel erst 1942. Tatsache ist, dass ein katalanischer Schiffbrüchiger im zweiten Jahrhundert des zweiten Jahrtausends - damals gab es auf der Elbe noch keine Lotsen - hier landete und meinte das ferne Indien entdeckt zu haben. Er nannte den Landstrich in seiner katalanischen Muttersprache Vedell, was Kalb bedeutet und der allgemein übliche Spitzname der damaligen Königin Urraca I. war. Da der Namensgeber erstens katalanischer Herkunft und zweitens  für der größten Misserfolge des spanischen Kolonialismus stand, wurde die Episode in Spanien totgeschwiegen, was sich leider bis heute auf die Touristenzahlen aus Iberien auswirkt.


Z

Zarentin
Dieser Ort an der ehemaligen deutschdeutschen Grenze hieß bis ins 18 Jahrhundert Schwefelburg, was sich auf die üblen Gerüche der dortigen Gasthäuser zurückführen lässt, die für ihre Aufläufe aus dem nahen Ostseeschlick bekannt waren. Den Besuch der Kusine des Zaren Peter IV., der sog. Zarentine nutze die Bürgerschaft sofort, um dem Ort unter ausdrücklicher Billigung von Friedrichs des Großen den heutigen Namen zu verleihen.

Zeven
Im Niederdeutschen hieß es früher Zeffen, wie man hier die Moorhexen nannte. Das waren im allgemeinen Frauen, die über ein loses Mundwerk verfügten, also am Tag mehr als drei bis vier Sätze sprachen, was für die Menschen in dieser Region eher unüblich ist. Noch heute erhält man auf Fragen wie, wo geht es hier zum Bahnhof? oder wo ist das nächste Postamt einsilbige Antworten wie Jo! oder Hm! Die Zeffen, also Moorhexen verfügten über einen überdurchschnittlichen Wortschatz, der sie in den Augen der übrigen Bevölkerung verdächtig machte. Also schnitt man ihnen in der Regel die Zunge ab, fesselte sie an Wackersteinen und versenkte sie im nahen Teufelsmoor.

Zingst
Im Mecklenburgischen Idiom heißen männliche Dorsche Zingste. Diese gaben dem Fischereizentrum auf dem Darß seinen Namen. Gefischt wurde schon zur Kreidezeit, das in Mecklenburg einen Zeitraum von ungefähr 7000 Jahren umfasst und nach den gleichnamigen Felsen auf dem nahen Rügen benannt ist. Erst fischten die Bewohner im Trüben, also auf der Boddenseite des Darß, weil sie sich lange Zeit nicht aufs offene Meer trauten. Erst mit der Einführung des Fischerbootes im Jahre 1864 auf dem Darß änderte sich dies und die Produktion der berühmten Zinsgter Fischfrikadellen verdoppelte sich nahezu. Heute allerdings werden die Frikadellen von der Firma Iglo gestellt und unter dem Namen Original Zingster Fischfrikadellen in den lokalen Fischbuden vertrieben.

21.7.11 16:05
 


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